Junge unregistriert
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Soziales Verhalten
04.03.2010 19:07 |
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ich stimme eigentlich mit diesen Werten der Anarchie zu, aber ich habe ein Problem mir vorzustellen wie ich mich verhalten soll, dass ich alldem gerecht werde? Man mmüsste doch praktisch als Einsiedler leben , um dem Kapitalismus und der Unterdrückung zu entkommen.
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Könntest Du erstmal erklären, was Du mit "diesen Werten" meinst, denen Du meinst, gerecht werden zu müssen.
Der Kapiatlismus ist das bestehende Wirtschaftssystem. Das herscht weltweit, dem kann man so gesehen, überhaupt nicht entkommen. Man kann maximal, aber auch nur, wenn man selber genügend Geld und/oder Besitz hat, eigenständige Strukturen aufbauen, in dem die Regeln des Kapiatlismus nicht gelten. Dann gelten die Regeln des Kapiatlismus zumindest auf diesem begrenzten Raum nicht. (Als Beispiel: Ich teile in meiner Wohnung alles, mit den Menschen, mit denen ich zusammenlebe und verkaufe denen nicht mit Gewinn was, was ich eingekauft habe.)
Unterdrückung ist noch was anderes, was sich auch ohne Kapitalismus entwickeln kann. Wieder das Beispiel: Ich kann auch noch Menschen in meiner Wohnung unterdrücken, wenn die hier leben müssen, obwohl ich alles mit denen teile. Eltern verkaufen z.B. ihren Kindern zwar nicht die Lebensmittel, die sie einkaufen, aber unterdrücken sie dennoch, wenn sie sie einsperren.
Dafür braucht man kein Einsiedler zu sein, dafür reichen zwei Menschen, dass der eine den anderen unterdrücken kann.
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Farodin unregistriert
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Anarchismus und Co.
06.03.2010 18:17 |
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Anarchie hört sich auch wunderbar an und diese ganzen Idioten in den Schulen schreien dieses Wort geradezu als Kampfruf, während sie mit ihren Personalausweisen ihren mitgebrachten Kuchen reinspachteln. Auf der anderen Seite diejenigen, die deutschnational eingestellt sind und sich unbedingt die neuste Rechtsrockmusik aus dem Internet laden müssen - Google lässt grüßen.
Im Ernst, diese phantasielosen oder zu fanatisierten Jugendlichen, die Wörter wie "Anarchie" und "Vaterland" gebrauchen, haben keinen blassen Schimmer wohin ihre Gedankenwelt führt. Eine heile bessere Welt soll es jedes Mal werden, aber die Konsequenzen werden völlig außer Acht gelassen.
Die Leute sollten mehr Schach spielen; sie würden vielleicht immer noch ein paar Damen opfern, bekämen aber mehr Geschick für Taktik und Strategie und würden so mehr an die Folgen des nächsten (Schach-)zuges denken.
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@ Junge:
| Zitat: |
| Man mmüsste doch praktisch als Einsiedler leben , um dem Kapitalismus und der Unterdrückung zu entkommen. |
Wir haben da die irrwitzige Situation, dass der beste Weg, dem Druck des Kapitalismus zu entkommen, immer noch der ist, möglichst schnell auf Kosten anderer reich zu werden.
Und der beste Weg, von niemandem mehr unterdrückt zu werden, besteht darin, über mehr Macht zu verfügen als alle anderen.
Ich denke, es gibt genug Menschen da draußen, die eigentlich von Unterdrückung und Ausbeutung gar nichts halten, die aber trotzdem fleißig bei dem hässlichen Spiel mitmachen, weil sie sich möglichst schnell aus diesem ganzen Sumpf befreien wollen, und die für ihre persönliche Freiheit dazu bereit sind, notfalls auch über die Leichen ihrer Konkurrenten und Mitmenschen zu gehen.
Das heißt, viele wollen einfach nur aus dieser Mühle des Kapitalismus entkommen... und die Energie, die sie dabei aufwenden, hilft in gewisser Weise dabei mit, dass sich die Mühle immer weiter dreht.
Konsequenter wäre es tatsächlich, entweder alles niederzubrennen oder sich komplett aus der Gesellschaft zurückzuziehen und Einsiedler zu werden... oder sich eben Gleichgesinnte suchen und versuchen, mit denen im kleinen Rahmen eine Gemeinschaft aufzubauen, in der es keine Hierarchien und keine Ausbeutung mehr gibt.
Das ist, wie Arne schon geschrieben hat, sicherlich bis zu einem gewissen Grad möglich. Kauft euch irgendwo ein Grundstück, baut da Gemüse an, und alles, was man sonst noch zum Leben braucht... kein Staatsdiener würde euch daran hindern, die überschüssigen Lebensmittel dann kostenlos an eure Nachbarn zu verteilen und so mit gutem Beispiel voran zu gehen.
Es macht halt so gut wie keiner, weil eben letztlich doch jeder an sich selbst denkt und sich sagt: Warum soll ich den anderen was schenken? Die schenken mir ja auch nichts!
Ich will mich da selbst auch nicht davon ausnehmen. Ich vermeide es zwar, für das meiste, was ich kreativ herstelle, Geld zu verlangen... aber das kann ich mir auch nur erlauben, weil ich finanziell einigermaßen abgesichert bin.
Diese Absicherung zu verschenken, würde mir nicht im Traum einfallen, weil ich letztlich auch nur so ein Egoist bin, der erstmal an das eigene Wohl und das seiner Freunde und Familie denkt, bevor ihn irgendwelche Fremden interessieren.
Alles, was ich gebe, wird mir und den meinen irgendwann fehlen. Und dann müsste ich mich darauf verlassen, dass mir auch jemand was schenkt... doch ich kenne die Menschen nunmal viel zu gut, als dass ich mich auf irgendjemand Fremdes verlassen wollte...
Also das nur mal zu den durchaus nachvollziehbaren Gründen, warum wir noch immer in einer kapitalistischen Welt leben.
Die Menschen sind einander fremd, sie vertrauen einander nicht, und empfinden für Fremde weniger als für die eigene Sippe. Ich denke, das ist auch schon seit der Steinzeit so...
Wenn es funktionieren soll, ohne Geld und die Gesetze des Kapitalismus auszukommen, dann zunächst mal in einem kleinen Rahmen, in einer Dorfgemeinschaft oder Kommune... wo es dann einen Bäcker gibt, der für alle kostenlos Brötchen backt, der das Mehl dafür aber auch kostenlos vom Bauern bekommt, und den Strom kostenlos von irgendjemand anderem.
Damit das einmal auf großer, landesweiter Ebene funktionieren könnte, müsste es wirklich erstmal ganz viele kleine Gemeinden und Kommunen geben, die mit ihrer alternativen Art zu leben Erfolg haben und immer mehr Menschen dafür begeistern.
Also macht mit! Ihr bekommt von mir kostenlos Bücher zum Lesen... wo ist der Bäcker, der mir jeden Morgen eine frische Brezel schickt?
Mit den Hierarchien verhält es sich ähnlich... Anarchie funktioniert im kleinen Kreis von intelligenten Gleichgesinnten wunderbar.
Doch Versuche, das auf größere, anonymere Gemeinschaften zu übertragen, sind bislang immer gescheitert.
Also ich kann dir eigentlich nur empfehlen, wenn du wirklich die Schnauze voll hast von Kapitalismus und Hierarchien:
Such dir Gleichgesinnte, Freunde bzw. eine Ersatzfamilie... bau dir im kleinen eine Welt, so wie du sie haben möchtest... und versuche gleichzeitig, dich von der großen, äußeren Welt so unabhängig wie möglich zu machen.
Ganz wird dir das nie gelingen... selbst wenn du dich nur von Käfern ernährst und nackt im Wald lebst, bist du doch auf das Wohlwollen bzw. die Gnade der Polizei und der Behörden angewiesen, dass die dich so leben lassen und dich nicht irgendwo zwangseinweisen.
Aber man kann versuchen, seinem Ideal so nahe zu kommen, wie es einem eben möglich ist. Wenn das alle tun würden (bzw. wenn alle Menschen da draußen überhaupt erstmal sowas wie Ideale hätten), dann wären wir schon einen großen Schritt weiter.
@ Farodin:
| Zitat: |
| Anarchie hört sich auch wunderbar an und diese ganzen Idioten in den Schulen schreien dieses Wort geradezu als Kampfruf |
Also in der Schule, auf der ich war, habe ich das Wort Anarchie nicht ein einziges Mal irgendjemand sagen hören... und wenn, dann schon gar nicht als Kampfruf oder auch nur in einem positivem Zusammenhang.
Wenn die Kids heutzutage begeistert "Anarchie!" schreien würden, wäre das ja zumindest schonmal ein Punkt, an dem man ansetzen könnte...
aber ich sehe ehrlich gesagt überhaupt nicht, dass der Wunsch nach radikalen Systemänderungen bei den jungen Leuten all zu groß wäre.
Selbst in sozialen Problemvierteln beschränkt sich deren Horizont doch in der Regel darauf, möglichst bessere Klamotten zu tragen als ihre Mitschüler, Party zu machen und möglichst viele Andersgeschlechtliche flachzulegen.
Vielleicht kritzelt mal jemand im Suff ein Anarchozeichen irgendwo hin oder ein Hakenkreuz.... aber das ist dann wohl in der Regel wirklich keine ernstzunehmende politische Betätigung, sondern eher der Versuch, Frust abzubauen oder andere damit zu beeindrucken bzw. zu provozieren.
Also wie gesagt: Ich habe den Eindruck, dass die Jugendlichen schon lange nicht mehr so unpolitisch und unradikal waren, wie in den letzten zwei Jahrzehnten. Dass sie zu wenig vorausschauend sind und lieber etwas mehr Schach spielen sollten, darin stimme ich dir gerne zu... aber eher, weil sie so besser erkennen könnten, wie sehr sie von den Erwachsenen und insbesondere der sogenannten gesellschaftlichen Mitte und deren Medien manipuliert werden.
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Eine sehr spannende Fragestellung, auf die Dian ja schon sehr ausführlich eingegangen ist, nur muss ich dazu sagen, dass ich mir diese Frage auch gestellt habe und sie mir auch immer noch stelle, bislang auch schon zu einigen Antworten oder Ansätzen gelangt bin, aber eine richtige Antwort mit der ich zufrieden war, wo ich mir gesagt hab, so kann man es machen bzw. so kann/werd ich es machen fehlte bislang.
Dian hat z.B. oben erwähnt das es eine Methode sein könnte in einer Kommune, Wg, Sippschaft oder Familie mitzuwirken oder teil zu haben, sicherlich ein guter Ansatz, der sich umsetzten lässt, nur gelingt es mittels/innerhalb dieses Zusammenschlusses wirklich anarchistisch bzw. zunächst mal anti-kapitalistisch zu leben ?
Ich denke mal, solange man in diesem System sitzt bzw. es um sich herum hat, mit recht hoher Wahrscheinlichkeit Nein und wenn dann müsste man so eine Kommune recht lange suchen, v. sogar im Ausland...
Alternative wäre natürlich selbst so eine aufzumachen, aber das geht eben auch nur, wie Dian schon gesagt, wenn man über eine gewisse Absicherung verfügt oder ein gewisses Grundstück/ein Haus/eine Wohnung besitzt...
Doch nicht jeder lebt auf dem Land, nicht jeder findet sich in dieser Position wieder und wenn man sich nicht unbedingt soweit von der Welt abgrenzen möchte wie Einsiedler, was bleiben einem da noch für Alternativen ?
Man könnte natürlich sagen, gut ich buckel jetzt und mach die Schule fertig, Studiere v., baue mir eine gewisse finanzielle Sicherheit auf, aber hätte ich dann, nach den Jahren des Buckelns, des Kriechens, wirklich noch die die Ideale die mir jetzt vorschweben und selbst wenn, hätte mich das "System" bis dahin nicht schon so kaputt gemacht oder vereinnahmt, das ich vom Konkurenzdenken gar nicht mehr wegkomme und nur noch auf Wachstum programiert bin ?
Nun, zunächst wäre es von Vorteil, nach völliger Autonomie zu streben, sich so unabhängig zu machen wie es eben geht, Gemüse pflanzen wäre da ein prima Ansatz, aber ich bezweifle das es viele Menschen gibt die derart konsequent sind und sich nun hinstellen würden und sagen "na gut, dann bau ich hier eben Gemüse und dann bin ich Anarchist"...
Wenn einem die Werte der Anarchie, also der Abwesenheit von Herrschaft, zusagen und man mit ihnen übereinstimmt, dann wird man sich wohl mit dem Satz Leben und leben lassen identifizieren können, der erste Schritt wäre dann also logischerweise seine eigenen Ideale zu verwirklichen und ihnen zu folgen, sprich man lässt Leben.
Wer das einmal ausprobiert hat oder es ausprobiert dem wird auffallen, dass das gar nicht so leicht ist das Leben lassen, zumindest wenn man sich in einem derart falschen, srkuppellosen und auf Gewinn ausgerichteten System wiederfindet wie das jetztige, vor allem aber das Leben stellt in diesem Versuch das größere Problem dar:
Man kann in diesem System gar nicht leben, jdfs. nicht auf die art und weise wie ich "Leben" interpretiere, denn man wird nicht gelassen, wenn man lebt.
Die frage die sich mir stellt ist wenn man diese Werte (vor)leben will, dann muss man Leben und leben lassen, mal angenommen ich könnte Leben lassen, wie reagiere ich dann darauf das man mich nicht leben lässt ?!
Es ist mir nicht möglich, in diesem System zu Leben ohne den Konsequenzen und strafen die das System für mich bereit hält, wenn ich leben will ,wehrlos ausgesetzt zu sein...zumindest wenn es mein Ideal ist leben zu lassen, die einzige Möglichkeit die ich sehe wäre passiver Wiederstand und das ist auch nicht grade das angenehmste was ich mir vorstellen könnte...
Ich jdfs. versuche meinen Teil der Ideale zu erfüllen, indem ich leben lasse und versuche mit mir selbst im reinen zu sein, so das ich nicht Herrsche, oder Herrschaft ausübe, was praktisch darauf hinauslaufen würde Sklave zu sein und paralell dazu strebe ich nach Autonomie. Sprich ich lasse leben und lebe so autonom wie eben möglich...
Ich versuche meine Ideale hoch zu halten, sie nicht von Füßen treten zu lassen und selbst nicht andere mit füßen zu treten, so gehe ich im kapitalistischen System mit meinen Idealen um, es ist zwar keine Perfektion und ich denke die wird innerhalb eines anderen Systems nie möglih sein, aber ein Fortschritt und durch diesen Fortschritt, mein soziales Verhalten, gebe ich v. Anderen eine Anregung, kann aber allemal sagen das ich meine eigenen Ideale nicht verrate...
mfg Ananomie
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"Alles die Menschen Befreiende, sie zu sich selbst Zurükführende, alles, das in ihnen das Prinzip ihres eigenen Lebens, originaler und wirklich unabhängiger Tätigkeit erweckt, alles, das ihnen wirklich die Kraft gibt, sie selbst zu sein, - das ist wahr; alles übrige ist falsch, - freiheitstötend und absurd. - Den Menschen befreien, das ist die einzige legitime und wohltätige Einflußnahme. - Nieder mit allen religiösen und philosophischen Dogmen, sie sind nur Lügen; die Wahrheit ist keine Theorie, sondern eine Tat, das Leben selbst." Michail Bakunin
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Original von Dian
Kauft euch irgendwo ein Grundstück, baut da Gemüse an, und alles, was man sonst noch zum Leben braucht... kein Staatsdiener würde euch daran hindern, die überschüssigen Lebensmittel dann kostenlos an eure Nachbarn zu verteilen und so mit gutem Beispiel voran zu gehen.
Es macht halt so gut wie keiner, weil eben letztlich doch jeder an sich selbst denkt und sich sagt: Warum soll ich den anderen was schenken? Die schenken mir ja auch nichts! |
Ich glaube nicht mal, dass es nur der Egoismus ist, der die Leute davon abhält.
Ich habe ja damals in Friesland mit einem Riesengrundstück die Möglichkeit gehabt, da auch genügend eigenes Gemüse, Kräuter und was weiß ich anzubauen.Dieses Moorland ist fruchtbarer gewesen als man es erwarten sollte.
Nur:
Genau so gerne wie ich nun mal Bäume säge, Kanäle freibuddele und sowas mache, genau so sehr schaffe ich es nicht mal, nur ein paar Kräuter jetzt mal in meinem wesentlich kleineren Garten mal anzubauen. Bin froh, wenn da wenigstens irgendwie ein paar Gänseblümchen auf dem Rasen stehen.
Damit will ich sagen:
Wir leben nun mal in eine arbeitsteiligen Wirtschaft und manchmal ist das auch gut so. Mir ist es lieber, jemand, der eben gerne Bücher schreibt, schreibt die auch gut anstatt dass sich alle wieder auf eine ziemlich mühsame und wenig ertragreiche Arbeit zurückziehen.
Als Hobby finde ich Gartenarbeit noch immer was nettes. Man hat einen wichtigen Punkt da, den Arbeit ausmacht und wodurch Arbeit lohnesnwert ist. Man hat automatisch, wenn es einem gelingt, dass wenigstens ein paar Blümchen angehen, die Belohnung automatisch.
Ich glaube jedoch, dass die Gemeinschaft schon sehr groß sein muss, wenn wirklich auch alle nach ihren Fähigkeiten was machen können und auch alles nach ihren Bedürfnissen erhalten.
Irgendwie ist mir noch immer ein duales System am liebsten, in dem man auf der einen Seite im Kapiatlismus irgendwie soweit mitwirkt wie nötig und genau so seine ursprünglichen Ziele im Auge behält. Und dabei muss man nicht unbedingt korrumpiert werden, Ananomie, sondern es geht schon, dass man sich und seinen Idealen treu bleibt. Mein Tipp ist immer: Sucht Euch die paar gesellschaftlichen Nischen, die es noch gibt, um da Geld zu verdienen. Ist wahrscheinlich viel mehr Arbeit als schnell was zu studieren und irgendwo im System schnell Geld zu verdienen und damit dann ein bisschen Ideale zu verwirklichen, aber lohnt sich irgendwie, wenn man den Eindruck hat, dass man seine Gebote nie gebrochen hat.
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Sicherlich ist es von Vorteil wenn man den Eindruck, dass man immer treu hinter seinen Idealen steht, doch es ist fraglich ob du dem wirklich gerecht werden kannst, dass hängt natürlich zum einen davon ab wie hoch man diese Ideale setzt , wenn man jetzt also mal die Anarchie als ein Ideal nimmt, so muss man in einem kapitalistischen System damit brechen das man abwesend von Herrschaft wandelt, es gelingt einem vielleicht nicht zu herrschen, aber man wird ja immer noch beherrscht und hier sehe ich das Problem, wie geht man als Anarchist mit dem Umstand um, beherrscht zu werden ohne herrschend zu werden ?!
Ich bin vorhin auf einen Text gestoßen der v. auf die obige Frage aufschluss gibt, etwas allgemein gehalten, aber ich denke da lässt sich noch jede Menge reininterpretieren, ich zitiere den jetzt einfach mal hier:
"Der Individualanarchist Max Stirner setzte sich mit den herrschenden Verhältnissen auf einer abstrakten Ebene auseinander. Bewusst entwickelte er kein Konzept der Gesellschaftseränderung: Er hatte aber die "Theorie" einer Selbstbefreiung, er wollte die Individuation der Einzelnen. Indem das Indiiduum sich seinen Abhängigkeiten, seinen eingeschliffenen Normen, seiner Unvollkommenheit, seinen "Beziehungen" stellt, d.h. sich von ihnen emanzipiert, wird der Einzelne frei. Dann haben die herrschenden Zwangsverhältnisse ihren Mythos der Unabänderlichkeit und damit ihre reale Macht verloren." (Aus dem Buch Anarchismus, über die Gessinnung des Max Stirner)
Ich denke worum es geht das ist diese oben erwähnte Emanzipation von und die nötige Distanz zu dem kapitalistischen System die man braucht um seine Ideale leen zu können und sie nicht nur zu Denken.
mfg Ananomie
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"Alles die Menschen Befreiende, sie zu sich selbst Zurükführende, alles, das in ihnen das Prinzip ihres eigenen Lebens, originaler und wirklich unabhängiger Tätigkeit erweckt, alles, das ihnen wirklich die Kraft gibt, sie selbst zu sein, - das ist wahr; alles übrige ist falsch, - freiheitstötend und absurd. - Den Menschen befreien, das ist die einzige legitime und wohltätige Einflußnahme. - Nieder mit allen religiösen und philosophischen Dogmen, sie sind nur Lügen; die Wahrheit ist keine Theorie, sondern eine Tat, das Leben selbst." Michail Bakunin
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Ich denke ein Hauptgrund dafür das Anarchismus nicht funktioniert ist das die meisten Leute vom kapitalismus finanziell abhänig sind ...warum sollte man bekämpfen was einen hilft seine familie zu ernähren ?
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dass anarchismus nicht funktioniert, ist keine aktuell bewiesene tatsache, oder?
anarchismus schließt handel in meinen augen übrigens nicht aus.
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Es gibt ja auch genügend Theorien, dass Kapitalismus Anarchismus ist. Die Diskussion hatten wir hier ja schon, dass es auch einige Richtungen des sog. "Individualanarchismus" gab, die heute eher als "libertär" bezeichnet werden, den Kapiatlismus ja als faktischen Anarchismus betrachtet haben.
Stirner gehörte da zu den Ausnahmen, die sich auf das Individuum dabei bezogen.
Mit dem muss ich mich aber auch mal irgendwann genauer beschäftigen.
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Stirner vertritt im Prinzip nur einen besonders radikalen Idealismus. Mit Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse hat das nichts zu tun und führt im Gegenteil eher in die Isolation.
Das ist eben das Problem mit idealistischen Ansätzen, zu denen ich im weitesten Sinne auch die Unity-Philosophie zähle, auch wenn das etwas weitgegriffen erscheint. Emanzipation bzw. Freiheit begreift der Idealismus als reinen Bewusstseinsvorgang unter dem Schlagwort der "Aufklärung". Marx hat in seiner Kritik der bürgerlichen Ideologie erkannt, dass Freiheit zur gesellschaftlichen Praxis werden muss, wenn sie mehr sein will als eine rein philosophische Frage. Entsprechend gibt es auch kein vorher oder nacher was die Bewusstwerdung der Verhältnisse angeht, die man überwinden will. Theorie und Praxis greifen immer ineinander, anders ist "Wahrheitsfindung" überhaupt nicht möglich (es sei denn man ist Idealist).
Einfach gesagt: Sich allein dadurch befreien zu wollen, dass man die Unfreiheit reflektiert, ist eine typisch idealistische Illusion. Die zwingenden Verhältnisse werden nicht dadurch weniger zwingend, dass ich sie mir bewusst mache. Allenfalls entmystifiziere ich sie, dadurch allein verlieren sie aber nichts an realer Macht.
The Loathsome mask has fallen the man remains
Sceptreless, free, uncircumscribed, but man
Equal, unclassed, tribless and nationless,
Exempt from awe, worship, degree, the king,
Over himself, just, gentle, wise.
Percy Bysshe Shelley
Indessen ist das gerade wieder der Vorzug der neuen Richtung, dass wir nicht dogmatisch die Welt antizipieren, sondern erst aus der Kritik der alten Welt die neue finden wollen. Karl Marx
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Lag wahrscheinlich auch daran, dass es kein materialistischer Ansatz war, dass ich dazu keinen Draht bekam, als ich mal irgendwo (bei Wiki oder hier oder so) mal was von dem gelesen hatte.
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Tetrarchos unregistriert
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Es gibt bereits Tauschbörsen für solche Sachen im Internet. Da kann man eine Dienstleistung jemand anbieten, der einem dafür einen anderen Dienst leistet den man brauchen kann. Zb ich (Gärtner) bepflanze jemand (Maler) den Garten, der / die dafür meinen Wohnraum neu anstreicht. Mir fällt nur grade die Adresse nicht ein, aber ich kann 100% sagen das es so ein Netzwerk im Internet gibt.
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Mist ich hatte auchma n Link aber den find ich auch nich mehr.
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Tetrarchos unregistriert
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Teilweise hilft es mir, daß ich viele Dinge mit dem Mittelalter vergleiche. Ich klammere mal die Technik aus, die man natürlich nicht vergleichen kann, was für heute aber ein Plus ist.
Aber der Bereich Lebensmittel und Bekleidung zB. Da lebe ich heute auf einem Durchschnittsniveau, daß im 12. Jahrhundert nur der Adel erreicht haben dürfte. Wer konnte damals schon täglich Fleisch essen, oder Südfrüchte, oder Gemüsesorten nach freier Auswahl? Wer konnte
sich mit bunter , gut passender Bekleidung, ausstatten ? Farben und Stoffe waren im Mittelalter Luxusgüter. Oder wer konnte mehrmals in der Woche Wein trinken? Selbst Weine die es heute auf ALDI-Niveau gibt, konnte ein Bauer damals zu Ostern und Weihnachten geniessen. Ganz zu schweigen von gehobenen Weinen, die trinke ich einmal im Monat Sonntags, ungefähr so häufig wie ein Landadliger im Mittelalter.
Ich will natürlich nicht, das wir alle wieder im Mittelalter landen. Alleine der Vergleich hilft aber etwas, sich an heutzutage unangenehme Bedingungen anzupassen.
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Tetrarchos unregistriert
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Auch in anderer Hinsicht entspreche ich durchaus einem Adligen des 12. Jahrhunderts. Ich tue den ganzen Tag nichts, außer was ich grade tuen will. Der Papierkrieg mit dem Jobcenter bis hin zur Anrufung des Gerichts, entspricht etwa dem Schriftverkehr der Adligen mit ihrem Landesfürsten oder König, sobald dieser irgendwelche Forderungen oder Befehle erteilte. Wenn ich wirklich in einen 1€-Job muss, dann ist das vergleichbar unangenehm wie der königliche Befehl an einem Kriegszug teilnehmen zu müssen. Passiert auch etwa vergleichbar oft.
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Also, Südfrüchte konnten die meisten hier sitzenden Adeligen auch noch nicht täglich essen. Bananen kamen erst im 16.Jahrhundert und statt Orangen kannten die damals nur die Bitterorange.
Selbst Kartoffeln kannten die noch nicht, da gab es maximal Mehlsachen hier.
Ich würde da wegen der fehlenden medizinischen Versorgung schon lange nicht mehr leben, auch nicht als noch so hoher Adeliger und vor allen Dingen würde mir im Winter die Heizung fehlen (die Burgen waren eben eher noch Festungen, die sehr schwer warm zu bekommen waren) und das fließende Wasser.
Baden war damals nicht so in.
Und vor allen Dingen wollte ich mit keinem mittelalterlichem Adeligen tauschen, der wahrscheinlich, um seine Macht halten zu können, 3 mal am Tag in die Kirche rennen musste. Und auch noch in die katholische.
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